Patrick Peschel aka Spesch berichtet für MOVIEFANS.DE von der Deutschlandpremiere von "ALI", die am 28.6. in Riesa (Sachsen) statt fand... Riesa, bekannt als Sportstadt im Osten Deutschlands, wollte sich anlässlich zur Deutschlandpremiere von "ALI" natürlich auch Muhammad Ali in die Stadt holen. Am Donnerstag Abend landete er auf dem Dresdner Flughafen und fuhr auf direktem Weg nach Riesa ins Hotel "mercure" (ca. 30km von Dresden entfernt). Muhammad Ali zauberte, tänzelte und flirtete bei seinem fünften Deutschlandbesuch wie zu seinen besten Zeiten. Bei seinem ergreifenden Auftritt zur deutschsprachigen Premiere von "ALI" forderte der ehemalige Box-Champion sogar seinen vor 36 Jahren unterlegenen Kaiserslauterer Kontrahenten Karl Mildenberger heraus. "Für eine Runde mit ihm reicht es noch", tönte "The Greatest", nachdem er die 3500 Zuschauer in der "erdgas-Arena" bereits mit einem Taschenspieler-Trick verzaubert hatte.Nur schwer und vom Parkinson-Syndrom gezeichnet, erhob sich Ali aus seinem Sessel auf der Bühne der ausverkauften Halle zum «Show»- Duell mit dem Pfälzer. Für einen kurzen Moment schien die Krankheit fast vergessen: Alis Fäuste flogen wieder, leichtfüßig tänzelte er vor dem fünf Jahre älteren Mildenberger, die Fans ruften minutenlang "Ali, Ali, Ali" Zuvor hatte der "Weltsportler des Jahrhunderts" mit einer großen Geste dem wohl besten deutschen Boxer aller Zeiten, Max Schmeling, seinen Respekt erwiesen. Der 96-Jährige konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht von Hollenstedt bei Hamburg nach Riesa kommen. Zitternd und behäbig richtete sich Ali unter den gebannten Blicken der ehrfurchtsvoll stillen Zuschauer auf und applaudierte dem bislang einzigen deutschen Weltmeister aller Klassen."Muhammad Ali zu erleben ist ein unglaubliches und unbeschreibliches Erlebnis", meinte der ehemalige Halbschwergewichts- Weltmeister Henry Maske. Mildenberger, der im Smoking gegen Ali antrat, betonte: "Er ist ein großartiger Mensch. Ali muss uns allen weder als Mensch noch als Boxer etwas beweisen." Das turbulente Leben des Mitte der 60er Jahre zum Islam konvertierten gebürtigen Cassius Marcellus Clay wird in dem biografischen Film ausschnittsweise gezeigt. Und nun noch etwas zum Film selber: Der Film von US- Regisseur Michael Mann beschränkt sich auf die zehn ereignisreichsten Jahre Ali´s von 1964 bis 1974. Er wurde in der "erdgas-Arena" auf drei Leinwänden vor 3500 Zuschauer präsentiert. Will Smith glänzt in der Rolle des jungen Ali´s und spielt sehr überzeugend. Der Film wirkt teilweise etwas träge aber bei 180min kommt das auch bei Filmen wie "Pear Harbor" oder "Forrest Gump" vor :-). Desweiteren ist der Film emotionsreich und zeigt Boxkämpfe autentisch in einer Eleganz wie man sie sehr selten in Boxerfilmen sieht. Prognose: Ob der Film in Deutschland die Charts dominieren wird ist fraglich, da das Thema "Boxen" und Verkörperungen von "Helden" bzw. "Legenden" in Filmen und speziell in Deutschland wenig die Kassen klingeln lässt. Weiteres Problem wäre der Starttermin am 15.08. - Zwei Wochen vorher startet hier zu Lande "Scooby Doo" und "Windtalker", eine Woche vorher: "Der Anschlag" und am selben Starttag wie "ALI": "American Outlaws". Wenn das gute Wetter zu dieser Zeit ebenfalls sonnig und warm ausfällt, dann wird sich "ALI" höchstwahrscheinlich nur in den unteren Plätzen der TopTen aufhalten. Lassen wir uns überraschen! Bewertung: 8/10 Punkten